Sargsicherung im neu sanierten Berliner Dom: Sicherheitstechnik für die Hohenzollerngruft

Der Berliner Dom am Lustgarten zählt zu den bedeutendsten Kirchengebäuden Deutschlands und ist eines der zentralen Baudenkmäler der Berliner Stadtmitte. Errichtet Ende des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Wilhelm II., vereint er Prunkkirche, Dynastiemonument und die Grablege der Hohenzollern unter einem Dach. Die Geschichte der Hohenzollerngruft reicht bis 1536 zurück und umfasst heute 91 Bestattungen vom Ende des 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Nach über zehn Jahren Planung und sechs Jahren Bauzeit ist die Hohenzollerngruft seit dem 1. März 2026 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – das größte Bauvorhaben am Berliner Dom seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Rahmen dieser umfassenden Sanierung übernahm B.I.N.S.S. die Konzeption und Installation der Sargsicherung für die Hohenzollerngruft sowie die Erneuerung der Datennetzinfrastruktur.

Eine Sicherheitslösung für einen der bedeutendsten Erinnerungsorte Deutschlands

Für die Sargsicherung galt es, eine Lösung zu entwickeln, die den historischen Bestattungen zuverlässig gerecht wird und gleichzeitig für das Fachpersonal übersichtlich bedienbar ist – eingebettet in eine Infrastruktur, die dem Denkmalcharakter des Ortes entspricht.

B.I.N.S.S. übernahm dafür die komplette Konzeption und Installation: Das System überwacht die Bestattungen in sechs definierten Zonen und ist auf eine zentrale Steuereinheit aufgeschaltet. Eine Annäherung an die Särge wird zuverlässig erkannt und für das Personal klar visualisiert, sodass verletzte Zonen unmittelbar nachvollziehbar sind. Da eine Standardlösung den besonderen räumlichen und denkmalschutzrechtlichen Anforderungen der Gruft nicht gerecht geworden wäre, entwickelte B.I.N.S.S. eine projektspezifische Sonderkonstruktion. Ergänzend wurden Schulungen für das eingesetzte Sicherheitssystem durchgeführt, um die fachgerechte Inbetriebnahme aller Komponenten sicherzustellen.

Arbeiten bei laufendem Museumsbetrieb

Da der Betrieb im Kassenbereich und im übrigen Domgebäude während der gesamten Bauzeit weiterlief, mussten alle technischen Arbeiten entsprechend abgestimmt werden. Besonders anspruchsvoll: Ein Großteil der Elektro-, Wärme-, Lüftungs- und Abwasserleitungen – teils noch aus der ursprünglichen Bauzeit, teils aus der DDR-Wiederaufbauphase – verlief in einer beengten Zwischenebene oberhalb der Gewölbedecke, ohne verlässliche Bestandspläne. Parallel zur Sargsicherung erneuerte B.I.N.S.S. unter diesen Bedingungen auch die Datennetzinfrastruktur der Gruft.

Nun ist die Hohenzollerngruft auch barrierefrei zugänglich und verfügt über einen neuen Vermittlungsbereich – und schützt ihre 91 historischen Bestattungen künftig mit einer Sicherheitstechnik, die eigens für diesen besonderen Ort entwickelt wurde.

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Linus Neubert

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