Rathaus
Köpenick

Modernisierung der
Brand- und Datentechnik im
denkmalgeschützten Bestand

Das
Objekt

Das Rathaus Köpenick ist ein markanter Backsteinbau des Historismus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurde und das Bild der Köpenicker Altstadt bis heute prägt. Überregionale Bekanntheit erlangte es durch den legendären “Hauptmann von Köpenick”: 1906 verschaffte sich ein Schuster in gestohlener Offiziersuniform Zugang zum Rathaus, ließ die Stadtkasse beschlagnahmen und entlarvte damit den blinden Gehorsam seiner Zeit – eine Geschichte, die mehrfach verfilmt wurde und weltberühmt ist.

Als denkmalgeschützter Sitz des Bezirksamts Treptow-Köpenick war das Gebäude von Februar 2022 bis Frühjahr 2025 für eine umfassende Generalsanierung geschlossen. Neben baulichen Maßnahmen stand dabei die vollständige Erneuerung der technischen Infrastruktur im Mittelpunkt – bei konsequenter Wahrung des historischen Erscheinungsbildes.

Die
Herausforderung

Die
Heraus-forderung

Die Modernisierung eines aktiv genutzten, denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes verlangt ein höchstes Maß an Planung, handwerklichem Fingerspitzengefühl und technischer Kreativität. Standardlösungen scheiden in solchen Projekten von vornherein aus.

Eine besondere Herausforderung stellte die Anbindung der historischen Fenster an eine Rauchabzugsanlage (RWA) dar: Im Brandfall müssen sich die Fenster automatisch öffnen, um eine wirksame Entrauchung zu gewährleisten. Da handelsübliche Antriebe für die vorhandene Fensterkonstruktion nicht geeignet waren, mussten maßgeschneiderte Motorlösungen eigens gefertigt werden.

Ebenso komplex gestaltete sich die Leitungsführung: Der Denkmalschutz schließt sichtbare Eingriffe in die historische Bausubstanz weitgehend aus. Es galt, kreative Wege durch bestehende Öffnungen – etwa ehemalige Wanddurchbrüche – zu finden oder Leitungen außen am Gebäude entlangzuführen, ohne das Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.

Die
Lösung von B.I.N.S.S.

Während der gesamten Umbauphase zogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses vorübergehend aus ihren Büros aus, um die Arbeiten effizient und ohne Einschränkungen des laufenden Betriebs durchführen zu können. Dies ermöglichte eine zügige und qualitativ hochwertige Umsetzung aller Gewerke.

Im Bereich der Datennetzinfrastruktur wurden über 112 Kilometer Datenleitungen verlegt sowie mehr als 500 Datendosen und 27 Datenschränke installiert – eine vollständige Erneuerung der veralteten Dateninfrastruktur des gesamten Gebäudes.

Die neue Brandmeldeanlage umfasst über 800 Rauchmelder, die flächendeckend im gesamten Gebäude installiert wurden. Alle Melder sind an eine zentrale Brandmeldezentrale angebunden, die eine zuverlässige Überwachung und schnelle Alarmierung sicherstellt.

Für die RWA-Anbindung der historischen Fenster wurden passgenau gefertigte Antriebe entwickelt und verbaut. Die Leitungsführung erfolgte dort, wo möglich, durch bestehende Öffnungen. Wo Außenverlegung unumgänglich war, wurden die Leitungen abschließend im Farbton des historischen Backsteinmauerwerks beschichtet – sodass sich die neue Technik sensibel und nahezu unsichtbar in die historische Substanz einfügt.

Das Ergebnis ist eine technisch vollwertige, normgerechte Sicherheits- und Netzwerkinfrastruktur, die den besonderen denkmalpflegerischen Anforderungen in vollem Umfang Rechnung trägt und das historische Erscheinungsbild des Rathauses Köpenick in seiner Gesamtwirkung nicht beeinträchtigt.

INTEGRIERTE LÖSUNGEN